Citizenship

Die Tage habe ich mir zum ersten Mal Gedanken darüber gemacht, wie arbiträr die Regeln der Bürgerschaft eigentlich sind. Zwei Freunde von mir sind Amerikaner und wollen gerne in Holland bleiben, dürfen das aber nicht, weil sie keine niederländische Staatsbürgerschaft haben. Innerhalb der EU sind wir mittlerweile doch alle sehr gleichgestellt, und als Deutsche oder Holländerin darf man doch in fast jedes Land der Welt einreisen. Daher fühlt sich ein Pass für mich doch sehr oft als eine Formalität an. Irgendwo ist dann immer der Gedanke im Hinterkopf, dass ich -wenn ich es nur wirklich will- überall in der Welt leben könnte.

Wenn man aber mal genauer drüber nachdenkt, ist das gar nicht der Fall. Also natürlich bin ich nicht völlig weltfremd, mir ist das Konzept eines Asylantenheims nicht fremd (die gäbe es ja nicht, wenn jeder überall einreisen dürfte). Aber wenn es schon für Amis so schwer ist, dann wird es wohl für die meisten Nicht-Europäer erheblich schwerer sein, um in einem Land wie den Niederlanden oder Deutschland leben zu können.

Warum ich das alles so arbiträr finde?! Für mich hat das System, dass man in einen gewissen Wohlstand geboren wird, etwas vom Adel weg. Da Königshäuser größtenteils abgeschafft sind, fällt es mir schwer nachzuvollziehen, warum die Tatsache, dass man zufälligerweise an einem Ort geboren ist, so lebensentscheidend ist. Man wird ja auch nicht in einer bestimmten Stadt geboren und gezwungen, dort sein ganzes Leben zu verbringen. Schon allein die Tatsache, dass schwangere Frauen extra in die USA fliegen um dort zu entbinden, und ihrem Neugeborenen damit die amerikanische Staatsbürgerschaft zu ermöglichen, zeugt davon wie schwachsinnig dieses System eigentlich ist.

Wenn man jetzt mal den Vergleich noch eine Ebene kleiner macht, hieße das, dass man in einem bestimmten Wohnhaus geboren wird, und andere nicht in dieses Wohnhaus ziehen dürfen – es sei denn sie sind vielleicht in der gleichen Straße geboren, oder sie können beweisen, dass sie genug Geld für die Miete haben – und das obwohl sie das im eigenen Wohnhaus nicht brauchen. Anders gedacht: wenn die Welt wirklich so ein ‚global village‘ wäre, wie man sagt, und es keine Grenzen und Staatsangehörigkeiten mehr gäbe, wie sehe die Welt dann aus? Würden dann wirklich alle nach Europa oder Amerika ziehen? Das kann ich mir nämlich ehrlich gesagt nicht vorstellen.

In gewisser Weise bindet einen doch die Kultur, die Sprache aber auch die Familie, die Freunde und das Gewohnte an das, was man Zuhause nennt. Ich kann mir gut vorstellen, dass in der Zukunft die Entwicklung immer mehr in Richtung „Weltbürger“ geht, und dass dies anfangs mit einem Ungleichgewicht verbunden wäre. Die Armen würden in die reichen Länder ziehen und damit den Wohlstand dadurch weltweit angleichen.

Aber nach dem anfänglichen Chaos würde sich die Situation vielleicht stabilisieren und müssten Regierungen sich was einfallen lassen, um ihre Länder und das Leben dort attraktiv zu machen. Billige Herstellungsländer gebe es dann keine mehr, da die Armen nicht mehr für einen Hungerlohn arbeiten würden. Es würde vielleicht eine Angleichung der Märkte stattfinden. Oder ist das viel zu einfach gedacht? Mit Sicherheit gibt es Leute, die da weitreichende Theorien zu haben, und habe ich mich jetzt politisch in die völlig falsche Ecke begeben mit diesen Gedanken. Für mich ist es ja tatsächlich irrelevant, ich hab ja zwei Pässe und wohne in einem der reichsten Länder weltweit. Und wenn ich wirklich will, wohne ich halt in Aserbaidschan, denn mir stehen (fast) alle Türen offen. Also, Amis – habt ihr halt Pech gehabt!

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In der Kategorie „Hä?“: Die Sache mit den Schallplatten

Seit Dienstag gibt es Spotify in Deutschland. Kurz für den Unwissenden: Spotify ist eine Software wie iTunes, mit der du Musik abspielst – mit dem Unterschied, dass du die Musik übers Internet streamst und die Musiker da Geld für kriegen. Gibts gratis mit Werbeunterbrechung, oder eben für 5 oder 10 Euro ohne Reklame und mit diversen Extras. In Holland haben wir das schon ne ganze Weile – und weil die Werbung unfassbar nervt, habe ich einen „unlimited“ Account. Mehr zu Spotify hier. (Weiterer Vorteil: man kann durch Facebook Freunden Musik schicken und sehen, was die hören.)

Diese Woche habe ich zufälligerweise noch zwei Alben gekauft, und bin bei der Summe von 35€ ist mir dann doch ein bisschen mulmig geworden. Da ich viel Musik höre, sehe ich (und mein Geldbeutel) also sehr die Vorteile von Spotify. Trotzdem habe ich überlegt, wie das denn dann so perfektioniert werden kann, dass es komplett Cds ersetzen kann. In der Premium-Version kann man auch offline – und auf dem iPod hören. Das Problem der Mobilität ist also gelöst. Aber will ich wirklich die ganze Zeit über den schlechten Sound meiner Laptopboxen hören? Nein.

Also träumte ich ein bisschen weiter über die Musikzukunft und kam zu dem Schluss, dass ich mir ja zum Geburtstag eine richtige (lies: mit Eingang für Laptop/iPod) Anlage wünschen könnte, mit Verstärker und allem drum und dran. Und einem Plattenspieler. Natürlich. Weil’s cool ist. Und weil Platten Stil haben.

Aber warum eigentlich? Warum haben die Hälfte meiner Freunde einen Plattenspieler zuhause und die andere Hälfte den Wunsch einen zu besitzen – obwohl wir die Generation sind, die selbst gar keine Platten aufgelegt haben? Warum ist es in einer Zeit, wo alles klein und digital sein muss, auf einmal cool, riesige Musikträger-Kolosse zu besitzen?

Ich verstehe das Argument, dass man ein schönes Cover haben will. Aber das hab ich bei einer Cd auch, und dann oftmals mit noch schönerem und ausführlicherem Booklet. Die Qualität bei Cds ist besser, ich brauche nicht ständig aufstehen um eine Cd umzudrehen und ich kann ein Lied überspringen. Aus meiner Sicht nur Vorteile. Ist es also nur pure Nostalgie? Früher war alles besser, und deswegen wollen wir das Knistern eines Plattenspielers in unserer zu glatten digitalen Welt?

Warum hypen wir dann Kassetten nicht? Die sind doch auch von früher. Trotzdem gibt es wohl kaum eine Band die aus Hipness-Gründen ihr Album auch auf Kassette rausbringt. Gut, optisch gesehen ist die Kassette vielleicht einfach der kleine hässliche Bruder von Schallplatten. Und trotz der Mixtapes, die durchaus einen Hype wert wären, ist die Qualität meist noch schlechter.

Meine Erklärung für den Hype: man hört 90% der Musik digital, will aber die Bands, die man wirklich mag, doch mehr unterstützen als nur durch eine Musikflatrate. Und da Musikgeschmack in gewisser Weise auch ein Statussymbol ist, und der Mensch gerne etwas zum Anfassen haben will, kauft man sich Schallplatten. Versteh ich alles, und seh ich ähnlich. Trotzdem bleibt es mir ein Rätsel: warum kaufen wir dann nicht einfach Cds?!

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Fernsehkritik. Heute: Bambule

Gestern lief die „erste echte“ Folge Bambule. Nicht wirklich die erste, weil es natürlich schon den Piloten vor ein paar Monaten gab. Aber die erste Folge von der ab jetzt wöchentlichen Serie. Für alle Nicht-Kenner: Bambule ist das neue „Lifestyle-Magazin“ von Sarah Kuttner, dass jetzt jeden Donnerstag Abend auf ZDF Neo läuft. Ich mag ZDF Neo generell sehr gerne, aufgrund der interessanten und abwechslungsreichen Programme – neoParadise stammt ja auch aus dem Hause. Und ich mag Sarah Kuttner auch sehr gerne, von daher war das erst mal Pflichtprogramm für mich.

Hier kann man sich die Folge also ansehen. Ich fand sie interessant und gut produziert. Die Zitate, die zwischenzeitlich eingeblendet wurden, wurden für meinen Geschmack etwas zu kurz eingeblendet – aber das kann auch daran gelegen haben, dass ich schwer erkältet und es 1 Uhr nachts war.

Allerdings stellte sich mir hinterher eine Frage: was wollen die eigentlich damit? Allgemein ist so ein Ziel ja recht klar bei einem Fernsehprogramm. NeoParadise ist für mich pure Unterhaltung, mit einem Hauch Information über neue Alben/Filme/Bücher. Da erwarte ich nicht, dass ich selbst nachdenken muss. Eine Doku hingegen, soll informieren und ist gut gemacht, wenn sie unterhaltsam informiert. Doch auch dann muss man meistens nicht viel nachdenken. Genmanipuliertes Essen? Schlecht. Neue Energiequellen? Gut. Schönheitschirurgie? Meistens schlecht. Anspruchsvoll wird’s dann, wenn nicht ganz klar ist, was die Schlüsse sind, die man daraus ziehen kann.

Nehmen wir die Folge Bambule gestern. Es gab ein Hauptthema: die neuen (Softie-) Männer. Dazu wurden verschiedene Experten befragt, aber keiner irgendwie so richtig. Die Leute haben ein bisschen geschildert, wie sie das so erleben, als Mann, und was sie glauben, wo das her kommt. Aber wirklich klar wurde es (mir) nicht. Unterbrochen wurde das ganze dann auch noch durch ein Zufallsportrait, dass so gut wie nichts mit dem Thema zu tun hatte (außer das der Typ wohl extrem männlich wirken sollte, mit seiner Zigarette und seinem Bart). Und natürlich der Beitrag über die Fußballfans. Dass das auch eine Form der Männlichkeit ist, sich zum Prügeln zu treffen – und das die Polizei das Problem der Fußballgewalt nicht löst, weil sich im Zweifelsfall alle gegen die Polizei verbrüdern.

Ihr seid verwirrt?! Ich auch. Was soll das denn? Wer hat das alles so durcheinander gemacht?

Noch mal: Ich mag Sarah Kuttner wirklich. Und ich mag ZDF neo auch wirklich. Und ich mag es, dass da neue Fragen aufgeworfen werden. Ich würde sowas gerne mit Freunden zusammen gucken, und danach darüber diskutieren, wie die Männer sich denn wirklich fühlen, und wie wir das als Frauen so wahrnehmen.

Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht ganz los, dass die Macher sich hier noch nicht schlüssig waren, in wie weit sie die Gedankengänge innerhalb der 30 Minuten ausbauen können. Und so kriegt der Zuschauer halbfertige, nicht wirklich klare Gedankenbrocken hingeschmissen – und kann dann gucken, was er weiter damit macht, ohne jedoch auch nur ansatzweise genug Hintergrundwissen geliefert zu bekommen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können.

Hier auch noch mal Sarah Kuttner selbst, über sich und die Sendung. Der Schlusssatz, der ja doch recht lustig gemeint ist, verstärkt leider meinen Eindruck, dass man doch noch nicht so recht weiß, was man mit der Sendung will. Nun denn, jetzt fühle ich mich schon ganz gemein, weil ich so viel kritisiert habe und ich ja eigentlich sehr loyal bin. Deswegen werde ich dem Ganzen eine Chance geben, und einfach mal zugucken wie sich das die nächsten Wochen so entwickelt.

Und eure Meinung so?!

Let it snow, let it snow, let it snow!

Heute hat es geschneit in Utrecht. Oder eigentlich in ganz Holland. Und das obwohl ich mich doch gestern noch vehement gegen Schnee geäußert hatte. Der Schnee zeigte sich dessen recht unbeeindruckt und legte kurzerhand das ganze Land lahm. Auf den Autobahnen waren heute (oder sind immer noch) 830 km Stau. 830 km Stau! Das ist fast einmal um das ganze Land rum. Von und nach Utrecht fuhren sehr wenige bis gar keine Züge, was dann in etwa so aussah.

Ich hatte glücklicherweise das Vorrecht nirgends wirklich hin zu müssen und hatte daher auch keinerlei Stress oder schlechte Laune wegen dieser höheren Gewalt Schnee. Deswegen habe ich mich dann mal auf einen wunderbaren Schneespaziergang eingelassen, bei dem die Musik perfekt geshuffled war. 

Bon Iver und Jonsí im Schneegestöber, gibt es besseres? Ja, es gab. Kleine Kinder, die in Schneeanzügen und auf Schlitten sitzend mindestens 10x süßer aussehen als sonst. Aber auch die Erwachsenen waren alle sichtlich glücklicher als sonst. Bei der ersten Ampel sah ich eine Bekannte im Auto, und winkte ihr zu. Daraufhin dachten ein paar andere Leute, dass ich einfach so Leuten zuwinke, und begannen auch zu winken. Das führte dazu, dass ich mit einem Grinsen weiterlief, was daraufhin wieder durch andere Leute erwidert wurde. Bei der nächsten Kreuzung stand ein Auto auf dem Fußgängerüberweg (Bremsen ist ja so ne Sache mit Schnee), und auch dieser Mann winkte mir freundlich zu und grinste. Überall nur fröhliche, grinsende und winkende Menschen – zum Entschleunigen gezwungen durch ein bisschen gefrorenes Wasser – ist das nicht wunderbar?! Ich stelle mir dann gerne vor, wie sich das Grinsen wie eine Epidemie in der ganzen Stadt ausbreitet – alle angesteckt von der witzigen Erkenntnis, dass wir halt nur Menschen sind, die gegen all den Trubel nix ausrichten können.

Ich vermute zwar, dass ich einfach den Gegenpol zu den mit Hass erfüllten Autofahrern und möchte-gern-Zugfahrern erlebt habe, aber dennoch. Was ein schöner Anblick, was für ’ne Stimmung! Und meine Mitbewohnerin, die wegen des Schnees nicht zur Arbeit konnte, hatte die Theorie, dass am Bahnhof mit so vielen Leuten bestimmt auch neue Beziehungen entstehen. Schließlich wartet man stundenlang gemeinsam mit kostenlosen Heißgetränken auf viel zu überfüllte Züge, und schwuppdiwupp stellt man dann fest, dass man außer dem Leid der ausbleibenden Züge auch noch die Vorliebe für rosa Marzipanschweinchen teilt. Wer weiß das schon! Schneeromantik kann so einiges.

Ich werde mir jetzt einen Glühwein warm machen und so tun, als wäre bald Weihnachten. Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch mal beim Schnee entschuldigen. Ich wusste ja nicht, dass du mir so viel Spaß bereiten würdest. Ab jetzt heiße ich dich öfter willkommen. Wirklich.

Kleiner Fun-Fact übrigens: in Holland hat fast keiner Winterreifen – das erklärt vielleicht ansatzweise, warum 10 cm Schnee so eine (Blech-)Lawine ins Rollen bringen kann.

Immer auf dem Laufenden…?

Ich bin zurück. Und dann auch noch mit einem kritischem Beitrag, und das wo ich doch hier nur Spass, Spiel und Freude verbreiten wollte.
Ich wohne ja bekannterweise nicht mehr in Deutschland. Im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich nicht einmal mehr
deutsches Fernsehen, was jetzt im Großen und Ganzen kein riesiger Verlust ist – aber die ganze Nachrichtenbeschaffung doch ein bisschen erschwert. (Nicht, dass ich vorher ständig Tagesschau geguckt hätte.. aber trotzdem.) Um aber ein bisschen auf dem Laufenden zu bleiben, hab ich den ein oder anderen bei Twitter und die Zeit, 1Live und ähnliche aktualitätsbezogenen Vereine bei Facebook ‚gut gefunden‘. So bilde ich mir seit einiger Zeit ein, ich wäre voll, oder zumindest halb, auf dem Laufenden was denn wo und wann und manchmal sogar warum passiert.

 
Nehmen wir mal das ganze Klimbim um unseren, oder eben euren Bundespräsidenten, was schätzungsweise vor 2 Wochen anfing. Hab ich alles mitbekommen. Das Problem mit so secondhand-Medien ist allerdings, dass man zwar mitbekommt, dass sich ganz viele Leute aufregen, warum ist mir aber oft nicht ganz klar. Papa angerufen. Achso, Geld hat er sich geliehen. Hmhm, hmhm. So als Politiker, naja.. kann man machen.. Böse angerufen und als dann keiner da war, böse auf den Anrufbeantworter gesprochen hat er. Bei nem Bildreporter. Auch eher ungünstig. Gut, Thema durchschaut, erstmal ein paar Tage amüsiert über Artikel wie „Das Amt des Bundespräsidenten tritt von Wulff zurück“ und massig tweets in die Richtung (worunter die Vermutung der @Weltregierung, dass Wulff nur Hape Kerkeling war und im Interview die Maske abnehmen würde).

 
Letztenendes hat mich dann aber gerade Kerkeling’s Post – den ich dann doch wieder über ein soziales Netzwerk zu lesen bekam – merken lassen, dass es eben doch noch eine ganz andere Seite gibt. Klar, irgendwo war auch mir das bewusst, sonst würde der gute Mann nicht so lange ausharren, wo ihn doch jetzt das ganze Land hasst. Dass es aber eben die zweite Seite der Medaille gab, und ich diese vielleicht viel einleuchtender finde, war mir nicht so ganz klar. Gut, drohen ist schon blöd, aber Geld leihen kann man mal machen. Fehler gemacht, entschuldigt, gut is‘. Ob man dem das jetzt verzeiht oder nicht tut auch garnicht zur Sache.
Mir ist durch dieses ganze Mediendings vor allem bewusst geworden, dass sehr die sozialen Netzwerke wie Stille Post 2.0 sind. Man bekommt was mit, aber eben dann doch nicht genug um eine Meinung zu haben. Grosse Schlagzeilen, aber keine Hintergrund-Info. Alle schreien „Hass“, nur die Hälfte weiss, warum. So gesehen ist die Bildzeitung also eigentlich eine Stille Post 1.5, und Facebook & Twitter eben die Weiterentwicklung davon – zumindest was das verbreiten von „News“ angeht. Schade irgendwie, ich fand den Slogan aus so einem „Internet-Zukunfts-Video“
immer schön „Wir suchen nicht mehr nach Nachrichten, die Nachrichten finden uns“. Und eben sehr bequem – ideal für faule Leute wie mich. Der Slogan stimmt, funktioniert aber nur, wenn wir blind hinter was herrennen wollen und hinterher ehrlich behaupten wollen „wir haben von nichts gewusst“ – und das, meine lieben Freunde, halte ich doch für sehr bedenklich.
(Mein Ziel für 2012: mehr Zeitung lesen und Nachrichten gucken. Wie erwachsen.)

Diesdas 2 : Supermanstraße

Jaja, ich weiß, ich hab gesagt, hier passiert erst mal nichts. Aber mir ist grad was eingefallen. Nämlich: warum gibt es eigentlich keine coolen Straßennamen? Das hier habe ich in Antwerpen gefunden. Und jetzt ist das natürlich nicht echt, aber man stelle sich mal vor, dass es coole Straßennamen gäbe. Statt der Obst-Nachbarschaft (Abrikosenstraße, Erdbeerstraße, Himbeerstraße – gibt’s hier echt in der Nähe von mir) gäbe es die Superhelden-Nachbarschaft: Spidermanstraße, Supermanstraße, Batmanstraße. Wie cool wäre das denn bitte?  

Und überhaupt. Welches Argument gab es denn bisher dagegen mal was zeitgenössisches zu nehmen? Ich verstehe das Argument, dass ‚es den Alten nicht gefallen könnte‘. Aber mal ehrlich, wir Jungen haben doch auch nicht voll die Begeisterungsanfälle, wenn wir durch die „Willy-Brandt-Allee“ fahren.  Oftmals (jetzt außer Willy Brandt) weiß ich ja noch nichtmals wer das war. Oder die Namen sind so originell wie die Hattingerstraße, die sobald man in Hattingen ist zur Bochumer Straße wird. Wohooo. Sara wollte total gerne, dass wir in die ABC-Straße ziehen. So schwierig ist es also garnicht, mal was anderes, nettes zu machen.

Gut, dass man aufpassen muss nach wem man jetzt ne Straße benennt, kann ich verstehen. Wenn es dann z.B. die Banksystraße gäbe, und sich dann herausstellt, dass Banksy garnicht so toll ist, wäre das schon ein Problem. Aber halten wir es doch mal bei fiktiven Figuren, die aber Klassiker sind. Die werden ja selten im Nachhinein auf ein Mal Bösewichte. Ich hab mir das genauer überlegt, und ich würde ganz gerne in der Pippi-Langstrumpf-Straße wohnen und Freunden in der Donald-Duck-Straße einen Brief schreiben. Aber am besten wäre ja noch die Sesamstraße. Neuer Berufswunsch: Straßennamenentwickler.

Der Alltag des Wahnsinns

Hach. Heute war ein verrückter Tag. Ich bin einfach den ganzen Tag nicht draußen gewesen. Das mach ich sonst nie. Hat aber auch Vorteile: man braucht keine Socken anziehen. Nachteil: ich hab das Gefühl 3D-Sehen lässt ein bisschen nach. Macht aber nix, brauchte den ganzen Tag auch kein 3D-Sehen – ich habe schließlich noch nichtmals gekocht (sprich mit scharfen Messern hantiert), sondern nur aufgetaut. Läuft.

Außerdem habe ich mein Hirn voll herausgefordert,  indem ich heute die Computermaus nur mit links bedient habe (und dabei die 2 Funktionstasten auch umgetauscht hab). Ich sag es euch, hier ist was los! Man, man, man. Und ich höre schon den ganzen Tag das Kölner Campusradio und foppe somit mein Hirn, das jedes Mal ganz überrascht ist, wenn zwischendurch mal deutsch im Radio gesprochen wird. Um das ganze noch abgefahrener zu machen, habe ich mir den rechten Arm mit Sportsalbe eingecremt, weil ich nämlich bald eine Sehnenscheidenentzündung kriege, die aber noch um genau 11 Tage herauszögern muss. Der reinste Affenzirkus ist das hier. So sieht das dann übrigens aus. (Ich hab mal gelernt, Bilder sind immer gut.)

Dann ist endlich, endlich, endlich (endlich!) Bachelorarbeit-Abgabe. Nachdem der Abgabetermin sich jetzt schon gefühlte 23 Mal verschoben hat und ich bestimmt schon die letzten 3 Leben mit dem (Nicht-)Schreiben dieser Arbeit verbracht habe, wird es nun auch mal höchste Eisenbahn. Jedenfalls ist das der Grund, warum hier grad nicht so viel passiert, und warum ich so hyperaktiv auf Facebook bin. Meine Antriebswelle bis ich mal schreibe scheint nämlich recht lang zu sein. Wenn ich dann aber endlich mal schreibe, geht’s erstaunlich gut.

So, und am 14.11. geb‘ ich nicht nur ein Stapel Zettel ab, aber irgendwo die Woche zieht die Frau Paradies endlich bei mir ein UND ich flieg direkt Donnerstag nach Manchester. Was ich aber eigentlich sagen wollte: dann schreib ich hier was. Ihr wisst ja garnicht, wie viel Tabs hier schon darauf warten, in einen Blogpost umgewandelt zu werden. Also, gebt mich nicht auf. Ich hab nur ’ne etwas längere Antriebswelle 😉

Weil erstens Ansichten sich ändern, und zweitens ich das darf.


Oder auch: das Ende einer Liebesgeschichte, die ein Leben lang halten sollte.

Ich hab gehört als Fashionblogging ist grad hip. Hier kommt jetzt aber eher so ein Anti-Fashion-Post. Und zwar war ich grad Vans kaufen. In Utrecht haben wir den Luxus, einen Vans-Laden zu haben. Also von Vans, komplett voller Vans. Das einzige was sie neben Vans in allen Farben und Grössen verkaufen, ist Kleidung und Taschen und Kappen von Vans (na gut, und ein paar Nixon-Uhren). Mir war der Laden bisher immer sehr sympathisch, habe da auch das ein oder andere Paar Schuhe erworben. Sympathisch auch wegen der Verkäufer, die ganz offensichtlich vermitteln sollen, welche Subkultur Vans früher einmal verkörperte: Tattoosleeves, Bandshirts… und äh, weiter komm ich grad in der Beschreibung nicht, weil naja. Bin halt doch nicht so die Fashionbloggerin. Aber ihr versteht was ich meine. Nette Leute also, wahrscheinlich sogar mit Musikgeschmack. Dass sie genau deswegen den Job gekriegt haben, tut jetzt erst mal nicht zur Sache.
Seit einiger Zeit läuft aber ungefähr jeder in Utrecht (und auch sonst wo) in Vans rum, es ist halt Mode geworden. Kann ja passieren.

Jetzt gehöre ich zu den Leuten, die schon seit Jahren Vans kaufen. Ich durfte mir mehr als ein Mal anhören, dass Slip Ons „aussehen wie Pantoffel“ (danke dafür nochmal). Aber das machte nichts. Mode ist ja nicht nur eine Sache des Geschmacks, sondern Weiterlesen

Young at heart

Neulich habe ich irgendwo was über ein Duschradio gelesen und dachte mir: Hey, eigentlich eine großartige Erfindung, so ein Duschradio. Weil an sich ist unter der Dusche singen ja wirklich eine tolle Sache, nur meistens hab ich genau dann keinen Ohrwurm, oder es wird mir langweilig nach der fünften Wiederholung von „I’m singing in the rain“ (was sonst sollte man unter der Dusche singen?!) und ich höre doch wieder auf. Ein Duschradio wird aber genau dies ändern und damit nicht nur mein Wasserverbrauch verdoppeln sondern auch meinen Nachbarn einen schönen Start in den Tag bescheren. Hihi.

Gut, dass ich so ein Ding unbedingt brauche war also recht schnell klar. Aber wo kriegt man so etwas überhaupt? Elektrogeschäft? Haushaltsladen (der Duschköpfe wegen) oder Drogeriemarkt (des Duschgels wegen)? Eine kleine Umfrage ergab, das zumindest Mediamarkt und Konsorten sowas haben müssten (danke, Laura!). Bin grad mal losgetingelt, und siehe da: sie haben Duschradios, und zwar nicht irgendeins sondern dieses wunderbare Geschöpf! Ich hab zwar garkeine Badewanne, hätte ich aber eine, würde die gute sogar treiben. Man stelle sich das bitte mal vor: man singt jetzt nicht mehr Ernie-mäßig für die Badeente sondern man stimmt ein Duett mit ihr an. Wunderbar!

Ich musste ja schon sehr grinsen an der Kasse, aber Weiterlesen

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Diesdas 1

Das hier wird meine neue Kategorie „Diesdas“ und kann als Fundstückekiste aus dem sonst so grauen Alltag gesehen werden. Die Situationen, wo man doch eben schmunzeln muss. Teil 1:   Wie eigentlich alle wissen, lebe ich ja in Holland. Und da sah ich gestern das hier im Supermarkt: ein riesengroßes Stück Käse. Dass die Käsestücke hier generell etwas größer sind, ist ja nix neues. Aber ein Käsestück für 50,12€? Mehr als 7 Pfund schwer? Das Käsestück war also so groß (und schwer) wie ein durchschnittlicher Säugling. Ich habe schon versucht mir vorzustellen, was der Person hinter der Theke durch den Kopf gegangen sein muss, als sie dieses Stück Käse einschweißte. Vielleicht gab es einen Stammkunden, der immer 5 Stücke von diesem Käse kaufte, und dem sie es einfacher machen wollten? Oder ein besonders großer Stammkunde, der sich endlich nicht mehr wie ein Riese vorkommen brauchte? Oder aber einfach ein Azubi, der kein Bock mehr hatte auf Stückchen schneiden und dachte „Hey, ist fast Wochenende, scheiß drauf.“ Nein, noch besser, jemand der gefeuert wurde und sich mit einer letzten „großen“ Geste rächen wollte. Wobei ich eine neue Theorie habe: das Käsethekenteam hat nach einer Diskussion über neue Medien und Smartphones eine Wette abgeschlossen, wie viele Leute dieses Stück Käse fotografieren würden. Und ich bin einfach voll drauf reingefallen. So oder so: die spinnen doch, die Holländer!

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